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Aufgaben im Nachhaltigkeitsmanagement klar verteilen

Stephan Tomek

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Alle wollen, keiner startet. Wer macht was?

Viele Unternehmen haben ambitionierte Ziele. Doch sobald es konkret wird, taucht eine erstaunlich einfache Frage auf: Wer beginnt?

Die Geschäftsleitung wartet auf Zahlen. Das Facility Management wartet auf einen Auftrag. Die Technik kennt mögliche Verbesserungen, hat aber kaum freie Kapazität. Und die Finanzabteilung möchte zuerst wissen, was sich rechnet. So stehen vier beteiligte Bereiche vor derselben Tür und warten höflich darauf, dass jemand sie öffnet.

Die gute Nachricht: Sie brauchen weder eine neue Abteilung noch ein Organigramm in Wandgrösse. Vier klare W-Fragen reichen oft, damit aus guten Absichten ein funktionierender Prozess wird.

 

Das Wichtigste in Kürze

  1. Vier W-Fragen statt Zuständigkeits-Pingpong
    Sie erfahren, wie Auftrag, Verantwortung und Entscheidungen so verteilt werden, dass das Thema nicht zwischen Sitzungszimmer und Technikraum stecken bleibt.
  2. Einer führt, alle spielen mit
    Sie sehen, welche Aufgaben Geschäftsleitung, Facility Management, Technik, Finanzen und Mitarbeitende sinnvoll übernehmen.
  3. Fazit: Klein starten, klar führen
    Sie erhalten einen einfachen ersten Schritt, mit dem Sie Zuständigkeiten klären und bereits im nächsten Meeting ins Handeln kommen.

 

Vier W-Fragen bringen Bewegung ins Spiel

Energieeffizienz ist Teamsport. Trotzdem braucht auch das beste Team eine Person, die den Ball ins Rollen bringt. Diese Person muss nicht jede Anlage verstehen, jede Rechnung prüfen oder jeden Verbrauchswert analysieren. Sie hält den Prozess zusammen.

In vielen Unternehmen fehlt nicht die Motivation, sondern ein klarer Auftrag. Genau deshalb beginnt die Rollenklärung mit vier essenziellen W-Fragen:

  • Warum? Welchen konkreten Nutzen wollen wir erreichen, etwa tiefere Energiekosten, weniger Betriebsaufwand oder bessere Verbrauchstransparenz?
  • Wer? Wer koordiniert das Thema und wer entscheidet über Massnahmen und Budgets?
  • Was? Welche Gebäude, Anlagen oder Verbrauchsbereiche betrachten wir zuerst?
  • Wann? In welchem Rhythmus werden Daten, Massnahmen und Resultate besprochen?

 

Diese Fragen wirken unspektakulär. Das ist ihr Vorteil. Sie verwandeln ein grosses Thema in einen überschaubaren Arbeitsauftrag.

Persönlicher Praxistipp: Bestimmen Sie eine verantwortliche Person und geben Sie ihr einen klaren Auftrag für die nächsten 90 Tage. «Schauen Sie sich das einmal an» ist kein Auftrag. «Erstellen Sie bis Ende Quartal eine Übersicht über Verbrauch, Zuständigkeiten und drei priorisierte Massnahmen» hingegen schon.

Wie wichtig eine klare Verbindung von Daten, Betrieb und Entscheidung ist, zeigt die Erfolgsgeschichte von Bell Food Group. Dort werden Verbrauchsdaten zentral erfasst und für die einzelnen Divisionen zu laufenden Kennzahlen verdichtet. So können Sie  Standort- und Werkverantwortliche Entwicklungen beurteilen und bei Auffälligkeiten reagieren.

 

Einer für alle, alle für einen

Die koordinierende Rolle liegt häufig beim Facility Management, Energiemanagement oder bei einer Nachhaltigkeitsverantwortlichen Person. Entscheidend ist weniger der Stellentitel als die Möglichkeit, Informationen aus verschiedenen Bereichen zusammenzuführen.

Damit Teamwork funktioniert, sollte die Rollenverteilung nicht nur intern verständlich, sondern auch in den Führungs- und Entscheidungsprozessen verankert sein. Das Staatssekretariat für Wirtschaft beschreibt die Grundlagen verantwortungsvoller Unternehmensführung und zeigt, dass Nachhaltigkeit verschiedene wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Themen verbindet. Für die Praxis bedeutet das: Die Verantwortung gehört nicht in eine einzelne Fachabteilung. Sie braucht einen Auftrag der Geschäftsleitung und klar definierte Beiträge aus den beteiligten Bereichen.

  • Die Geschäftsleitung gibt Richtung und Priorität vor. Sie formuliert die Vision, erteilt den Auftrag und entscheidet über grössere Investitionen. Ihre wichtigste Aufgabe ist nicht die technische Detailarbeit, sondern ein klares Signal: Das Thema gehört zum Betrieb und nicht in die Schublade.
  • Das Facility Management übernimmt idealerweise die Koordination. Es kennt Gebäude, Dienstleister und betriebliche Abläufe. Hier laufen Daten, Beobachtungen und Massnahmen zusammen.
  • Die Technik beurteilt Anlagen, Betriebszeiten und Einstellungen. Sie erkennt oft als Erste, wo Pumpen, Lüftungen, Heizungen oder Kälteanlagen mehr leisten als nötig. Damit diese Hinweise nicht im Tagesgeschäft verschwinden, braucht die Technik einen einfachen Melde- und Entscheidungsweg.
  • Die Finanzen prüfen Wirtschaftlichkeit, Budgets und Einsparungen. Besonders hilfreich ist eine gemeinsame Betrachtung von Investition, Betriebskosten und Amortisationszeit. So wird aus «zu teuer» häufiger die bessere Frage: «Wann zahlt es sich aus?»
  • Die Mitarbeitenden liefern Beobachtungen aus dem Alltag. Ein ständig überheizter Raum, unnötig laufende Beleuchtung oder eine Anlage mit auffälligem Verhalten fällt ihnen oft früher auf als jedem Dashboard. Sie sollten Probleme einfach melden können, ohne selbst zu Energiefachleuten werden zu müssen.

 

Aha-Moment: Verantwortung lässt sich verteilen, die Koordination nicht. Sobald alle «ein bisschen zuständig» sind, fühlt sich am Ende häufig niemand wirklich verantwortlich.

Eine einfache Rollenverteilung kann deshalb so aussehen: Die Geschäftsleitung ist Auftraggeberin, das Facility Management koordiniert, die Technik setzt um, die Finanzabteilung bewertet und die Mitarbeitenden melden Beobachtungen.

Damit Entscheidungen auf einer verlässlichen Grundlage getroffen werden, braucht das Team passende Energiedaten. Die Tetrag-Lösung e3m schafft eine zentrale Übersicht über Energieverbrauch und Optimierung. Das reduziert manuelle Auswertungen und macht Resultate nachvollziehbar.

Auch bei der Umsetzung gilt: Nicht alles gleichzeitig. Starten Sie mit einem Gebäude, einem Verbrauchsbereich oder einer auffälligen Anlage. Die Betriebsoptimierung bei CityPop zeigt, wie gezielte Anpassungen an bestehender Gebäudetechnik mit überschaubarem Investment Wirkung erzielen können. Der Wärmeverbrauch wurde im dokumentierten Pilotprojekt um 17,2 Prozent reduziert.

 

Häufige Fragen

Wer sollte die Gesamtverantwortung übernehmen?

Die Geschäftsleitung trägt die übergeordnete Verantwortung und erteilt den Auftrag. Die operative Koordination kann beim Facility Management, Energiemanagement oder bei einer Nachhaltigkeitsverantwortlichen Person liegen.

Braucht es dafür eine neue Stelle?

Nein, nicht zwingend. Für den Einstieg genügt häufig eine klar benannte Person mit definiertem Auftrag, realistischem Zeitbudget und einem direkten Entscheidungsweg.

Welche Abteilung sollte zuerst aktiv werden?

Jene Abteilung, die den besten Überblick über Gebäude, Anlagen und Verbrauchsdaten hat. In vielen Unternehmen ist das das Facility Management. Der Start sollte jedoch von der Geschäftsleitung unterstützt werden.

Wie viel Zeit benötigt die interne Koordination?

Das hängt von Gebäudezahl und Zielsetzung ab. Für den Einstieg ist ein kurzer monatlicher Termin oft sinnvoller als ein aufwendiges neues Sitzungsgefäss. Wichtig sind klare Aufgaben und verbindliche Folgetermine.

Wann lohnt sich externe Unterstützung?

Wenn interne Daten fehlen, Zuständigkeiten unklar bleiben oder technische und wirtschaftliche Massnahmen priorisiert werden müssen. Eine externe Analyse kann Struktur schaffen, ohne dass Sie zuerst ein vollständiges internes Fachteam aufbauen müssen.

 

Fazit: Einer startet, das Team gewinnt

Klare Rollen machen Energieeffizienz leichter. Die Geschäftsleitung gibt den Auftrag, eine zentrale Person führt den Prozess, Technik und Facility Management bringen ihr Fachwissen ein, Finanzen schaffen eine wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage und Mitarbeitende liefern wertvolle Hinweise.

Der erste Schritt benötigt weder ein Grossprojekt noch eine neue Abteilung. Klären Sie in einem kurzen Termin die vier W-Fragen und bestimmen Sie eine koordinierende Person. Sobald jemand startet, wird aus «Wir sollten» erstaunlich schnell ein «Wir machen».

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Kontakt

Stephan Tomek: Geschäftsführer

Stephan Tomek verfügt über langjährige Erfahrung in der Energiewirtschaft sowie in der Planung und Umsetzung komplexer IT- und Energiemanagementprojekte. Seine Stärken liegen in der Systemintegration, im Energiecontrolling und in der Entwicklung ganzheitlicher Konzepte zur Energieeffizienz und Suffizienz – insbesondere im Bereich Smart Building. Mit seiner Doppelqualifikation als Wirtschafts- und Informatikingenieur ist er in der Lage, technische und wirtschaftliche Anforderungen optimal zu verbinden.

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