CO2-Reduktionen realisieren ohne teure Ersatzinvestitionen

Mit der Vision «CO2-neutral bis 2023» hat Coop im Bereich des unternehmerischen Klimaschutzes neue Massstäbe gesetzt. Sie zeigt, dass mit entsprechendem Engagement eine erhebliche Reduktion der CO2-Emissionen möglich ist und sich pro-aktiver Klimaschutz mit wirtschaftlichem Erfolg vereinbaren lässt. Das bis 2023 fixierte Massnahmenpaket sieht zum einen die Senkung des Energiebedarfs und zum anderen die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien vor und führt gesamthaft dazu, dass sich der CO2-Ausstoss von Coop um rund 50% gegenüber 2008 reduziert. Derjenige Teil der CO2-Emissionen, der nur in Verbindung mit unverhältnismässigen Kosten oder gar nicht vermieden werden kann, wird ab 2023 durch die Finanzierung von geeigneten Projekten im In- und Ausland kompensiert. Durch das effiziente Massnahmenpaket lassen sich gleichzeitig Kosteneinsparungen von rund 70 Millionen Franken realisieren.

Energiemonitoring als wichtige Begleitmassnahme

Die Massnahmenpakete zur Reduktion der CO2-Emissionen orientieren sich am Modell der Kosten-Nutzen-Betrachtung. Massnahmen mit tiefen Kosten und hoher Wirkung in Sachen Energieeffizienz oder CO2-Emissionen werden schnell umgesetzt. Kostspieligere Massnahmen dauern in der Regel länger bis sie ihre Wirkung entfalten können, da die Budgetierung und Umsetzung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Mit der Umsetzung der Massnahmen ist erst ein Teil der Aufgabe erledigt. Denn die kontinuierliche Überwachung der Verbesserung im laufenden Betrieb ist ebenso wichtig, um den Absenkpfad zu gewährleisten. Mit dem MESA-System überwacht Coop den Energieverbrauch in 600 Verkaufsstellen. 

Abbildung 1&2 zeigen den grossen Anteil der Verkaufsstellen am Gesamtenergieverbrauch und CO2-Ausstoss von Coop, Quelle: Coop 2015

Abwärmenutzung im Fokus der kontinuierlichen Überwachung

Die kontinuierliche Überwachung der Abwärmenutzung (AWN) ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in der CO2-Strategie von Coop. In den Verkaufsstellen wird ein Grossteil des Wärmebedarfs durch die Nutzung der Abwärme aus der gewerblichen Kälte gedeckt. 2015 konnte durch Abwärmenutzung 55% des gesamten Wärmebedarfs gedeckt werden. Die Tetrag hat für die AWN-Überwachung eine neue Vorgehensweise entwickelt, mit welcher Abweichungen der Leistungsfähigkeit zu einem sehr frühen Zeitpunkt erkannt werden. Ebenfalls lassen sich schleichende Verschlechterungen über die Jahre erkennen und so Unterhaltsarbeiten in den Sommermonaten planen. Früher wurden AWN-Probleme oft erst am Ende der Heizperiode erkannt, da der Fremdwärmeanteil in der Heizkostenabrechnung im Vergleich zum Vorjahr höher ausfiel.   

Weiteres Potential ausschöpfen

Heutige Gebäudetechnikkonzepte setzen auf erneuerbare Energieträger und nutzen effiziente Technologien. Umso wichtiger ist es, die Funktionsweise dieser Systeme laufend zu überprüfen etwa den Wirkungsgrad von Wärmepumpen. Dieser kann sich verändern und führt zu einem unnötig hohen Energieaufwand. Eine kontinuierliche Überwachung des Wirkungsgrades kann in diesem Fall vor einem Anstieg des Energieverbrauches schützen. Ein weiteres Beispiel sind Photovoltaik-Installationen, die im Eigenverbrauchsmodell betrieben werden. Die produzierte Energie soll zu einem Grossteil selber verbraucht und nur der Überschuss ins Netz eingespeist werden. Ohne Monitoring lässt sich nur schwer feststellen, ob das geplante Konzept funktioniert oder nicht. Ähnlich verhält es sich mit solarthermischen Systemen. Fehlt die Wärme vom Dach, wird elektrisch oder fossil nachgeheizt. Für den Benutzer ist dieses Fehlverhalten nicht spürbar, da er in beiden Fällen warmes Wasser zur Verfügung hat.